Pressestimmen

In «Wie küsst man einen Engel?» bevorzugt Ramseier eine geradlinigere Erzählweise als in den beiden Vorgängerromanen. Trotzdem liegt der Akzent auch hier in der sprachlichen Wühlarbeit, die auf die Tiefe des Stoffes, ja auf dessen fast schon lyrische Durchdringung abzielt und nicht auf Effekthascherei. Farbgebung, skulpturenhaftes Herausmeißeln scheint diesem – im besten Sinne des Wortes – wortsüchtigen Autor wichtiger zu sein als das rasche Runterleiern einer knalligen Story. Und das Überraschende dabei: Wir folgen ihm gerne, weil es Ramseier gelingt, sich nicht in höhlenartigen Verwinkelungen zu verlieren. Seine Prosa, fern jeder Kopflasdtigkeit, bleibt immer sinnlich und von tangibler Anschaulichkeit. Dazu gehört nebst den großartigen Höhlendarstellungen – wie so oft bei Ramseier – allerlei Getier, ein Grottenolm etwa, ein augenloser Fischalbino, der ausschließlich in Gewässern unter der Erde lebt. Kommt noch eine wohl dosierte Prise Humor hinzu. Dabei neutralisiert die Ironie nie die melancholischen Passagen. All das zusammen macht aus «Wie küsst man einen Engel?» nicht nur ein ertragreiches Lese-, sondern auch ein Hörvergnügen.

Maurizio Pinarello, Basellandschaftliche Zeitung, 27.11.2002

 

 

Wäre da nicht die Leichtigkeit und der oft durchblitzende Witz Ramseier, die Geschichte wäre schwer zu ertragen. Es gibt wohl kaum ein unappetitlicheres Thema als das Ziehen von eitrigen Zähnen. Aber zwischen den Zahnarztterminen führt uns Ramseier immer wieder zurück in den Berufsalltag Müllers als Erdbebenspezialist, der für die Gebäudeversicherung Untersuchungen vornimmt. Ganz beiläufig bohrt er dabei mit winzigen Begebenheiten Löcher in das untadelige Bild einer Schweizer Stadt, die zufällig Basel ist, aber jede andere sein könnte. «Wie küsst man einen Engel?» hat viel mit Vergangenheitsbewältigung und wenig mit Engeln zu tun. Eine spannende und faszinierende Lektüre ist es trotzdem.

Renate Dubach, Berner Zeitung, 4.1.2002

 

 

Markus Ramseier Geschichte führt uns durch die Straßen der Stadt Basel und in die Höhlen der Umgebung. Wir folgen seinem verwahrlosten Helden durch unterirdische Landschaften in die Gänge, Siphons und Sackgassen seiner Existenz. Markus Ramseier schreibt in präzisen Details und lakonischen Sätzen. Inhaltliche und sprachliche Aussparungen setzt er gezielt und sprachlich sehr geschickt ein. Es gelingt ihm nicht nur, eine reichhaltige Höhlenmetaphorik auf andere und überraschende Ebenen zu übertragen, sondern auch, eine im besten Sinne des Wortes eigenartige und erstaunliche Geschichte von einem Helden zu schreiben, der den Boden unter den Füßen verliert. Es ist eine Geschichte vom Verlorengehen und Wiederfinden, von Beben und Höhlen aller Art.

Stine Lehmann, Literarisches Forum, 25.11.2002

 

 

Wie Grass versteht es Ramseier, die Prozeduren der Zahnbehandlung in erkennbarer Freude am schmerzhaften Detail zur gorßen lebensgeschichtlichen Metapher zu erheben.

Michael Braun, Basler Zeitung, 22.11.2002

BUCHVERNISSAGE «IN EINER UNMÖBLIERTEN NACHT»

26. April 2018, 19.30 Uhr, Kultur- und Sportzentrum Pratteln

 

Sehen Sie hier die Zusammenfassung von Kurt Suter, pratteln.net