Pressestimmen

Mit der Gestaltung dieses Themas ist Markus Ramseier etwas Außerordentliches gelungen. Er entwickelt die Welt der Renntauben, sowohl realistisch als auch fantastisch, derart konsequent aus den Fakten über Taubenhaltung, Taubenzucht, Taubenfütterung, Taubenpost, Militärtaubenhaltung und wohl auch Taubenlatein, dass der Leser nie sicher weiß, ob er beim Lesen auf sicherem Boden geht oder in einer überzeichneten Fantasiewelt fliegt. Renntauben, die sich wie kostbare Rennpferde in Meetings auf der ganzen Welt messen, die Tausende von Kilometern fliegen, weil ihre Züchter es verstehen, sie mit Pflege, ausgesuchter Nahrung und sexueller Stimulierung zu unwiderstehlichen Rennfliegern zu machen. Schön sind sie, diese Rennflieger, von ausgesuchtem Körperbau und unvergleichlicher Eleganz. ...

Das ist Brieftaubenpoesie, eine ekstatische Grammatik aus Farbe, Licht, Luft und Federn. Ähnliches habe ich bis jetzt nur in den aristokratischen Gedichten orientalischer Urdu-Poesie über Tiere gelesen. Hingerissen gibt man sich dieser Welt hin und weiß doch, dass es die Welt von Frieders Obsession ist, die Welt eines Spinners und Outsiders, der sich im Verlaufe des Romans sukzessive aus der realen Welt stiehlt in die Gier der Wünsche und Träume. ...

«Das Land der letzten Meter» ist ein vielschichtiger, ein beziehungsreicher, ein betörender, aber auch ein verstörender Roman. Ich konnte mich weder seiner Sprache, noch seiner Präzision, weder seiner Bildkraft, noch seiner Logik entziehen.

Christian Schmid, Radio DRS 1, 20.9.1998

 

 

Es ist dies Ramseiers zweiter Roman, vier Jahre nach seinem eindrücklichen Debüt mit «Mäandertal». Vier Jahre sind eine lange Zeit, der Autor ging wohl im großen und mittlerweile auch schnelllebigen Literaturbetrieb bereits wieder vergessen. Nun stürzt sich Markus Ramseier (geb. 1955) in die Schweizer Bücherflut, die unaufhaltsam auf die Frankfurter Buchmesse zurollt. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo die Gefahr des Nichtwahrgenommenwerdens kaum größer sein könnte .... Doch es sei gleich vorweggenommen: trotz der fast schon hysterischen Überproduktion diverser Verlage dürfte Ramseiers neues Buch eines der wenigen sein, bei denen es sich in Tat und Wahrheit um einen «Roman»« handelt.

Mit anderen Worten: Ein groß angelegtes Projekt mit weit ausgesponnenen Handlungsfäden, mit mehreren Hauptfiguren und noch mehr Nebenfiguren; dazu der Blick für die einmaligen Einzelpersonen mit ihren Gefühlen und Gedanken, ihren Beziehungen zueinander. Entscheidungen, Schicksale, Unwägbarkeiten und überraschende Wendungen, Ver- und Entwicklungen – und dabei immer der Blick aufs Ganze: den Roman. «Das Land der letzten Meter» ist ein ausgezeichnetes Exemplar dieser Gattung.

... ein Buch, das unzweifelhaft gegen den Trend geschrieben ist, sich nicht an einem Abend lesen und wegstellen lässt. Ein Roman, der durch Reife, sprachliche Sorgfalt, ausgiebige Recherche und Einfallsreichtum besticht. Kein leichtes Stück, dieses Land der letzten Meter, aber das entscheidende.

Markus Bundi, Aargauer Zeitung, 5.9.1998

 

 

«Das Land der letzten Meter» ist ein eigentümlich fesselndes Werk, dessen Reiz in Form und Inhalt gleichermaßen zu finden ist. Interessante Unterhaltung muss nicht durch atemlose Spannung hervorgerufen werden. Hier bestechen Experimentierfreude und genaue Beobachtungsgabe. Wie die Spielfiguren bei «Eile mit Weile» schiebt Markus Ramseier die Hauptfiguren seines neuen Romans übers literarische Feld.

Ramseiers Beschreibungen von Mensch und Tier und deren schicksalhaften Verknüpfungen sind in knapper, lakonischer Sprache gehalten, beschränken sich aufs Wesentliche, zeugen von profundem regionalem Wissen – breiten sich mit weiten Flügelschlägen über Grenzen aller Art.

Gisela Riedel, Basellandschaftliche Zeitung, 9.12.1998

 

 

Ramseiers «Eile mit Weile»-Metapher ist nicht aufdringlich, der Roman funktioniert auch ohne sie und ist alles andere als schematisch. Er handelt von Liebe, Sehnsucht, Zusammenleben, Verletzung und Tod, fast allem, was Menschen absichtlich oder zufällig zustößt. Es gibt Momente voller Zärtlichkeit und solche voller Grausamkeit, mal wird man tief in die Empfindungen der Figuren hineingesogen, mal kann man die Leute gar nicht verstehen. Wie im richtigen Leben halt.

Irene Widmer, Solothurner Zeitung, 11.1.1999

 

 

... zeigt sich Ramseier als feinsinniger Erzähler, der sich an seine Gegenstand herantastet, um ihn sorgsam Schicht für Schicht mit Sprache freizulegen. So entsteht das Bild eines Kauzes, der mit einem sonderbaren Gefährt, einer motorisierten Voliere, über China nach Pattaya reisen will, um dort mit seinen Tauben Weltmeister zu werden. ... Das ist begeisternd, ließt sich prächtig.

Elio Pellin, Berner Zeitung, 10.9.1998

 

 

... ein Thema, das großartiger, konsequenter wohl noch nie gestaltet worden ist. Gemeint ist die kuriose Welt der Renntauben, ... nach der man beim Lesen schon bald süchtig werden könnte.

Charles Linsmayer, Der Bund, 29.8.1998

BUCHVERNISSAGE «IN EINER UNMÖBLIERTEN NACHT»

26. April 2018, 19.30 Uhr, Kultur- und Sportzentrum Pratteln

 

Sehen Sie hier die Zusammenfassung von Kurt Suter, pratteln.net