Mäandertal (1994)

Roman

 

Cosmos Verlag, Muri bei Bern

 

277 Seiten, gebunden

Der Flurnamenforscher und Patrouilleur Hitz ist unterwegs, eingerückt zu seinem letzten Ergänzungskurs ins frisch reformierte Schweizer Militär. Von einem vorchristlichen Refugium über dem Rhein bewacht er mit dem Scherenfernrohr die Grenze, doch sein Drahttelefon hat keinen Kontakt – zu niemandem. Steinzeit. Hitz schlägt sie tot, indem er an einem Vortrag arbeitet. Immer wieder entfernt er sich zu diesem Zweck von der Truppe. Dabei bleibt ihm nicht erspart, all die Schlaufen auszuschreiten, die ihm die Sprache durch die Fluren vorgibt. In diesen leiernd-umschweifigen Bogen sammeln sich heitere und todtraurige Geschichten an, die einfliessen in den Fluss der Geschichte – das aerr oek oek eines Gen-Unikums im Weiher, die blutüberströmte Fremde auf der Krete, der Sack im Wrack. Das Ergänzen und Patrouillieren nimmt unerwartete Formen an. Hitz gerät in die Fremde. Altarme tun sich auf. Schlingen. Umlaufberge. Langsam gleicht sich der Forscher der Landschaft seines Forschens an, und immer stärker geraten Anfang und Ende, Erinnerung und Wiederholung, Leben und die Idee vom Leben aneinander, bis dieses Leben im Mäanderhals zwischen Prall- und Gleithang verflacht und – scheinbar? – stecken bleibt.

 

Der Autor folgt seinem «Helden» mit einem feinen Sinn für Humor. Er erzählt ohne abzuschnüren und zu begradigen.