Das Land der letzten Meter (1998)

Roman

 

Cosmos Verlag, Muri bei Bern

 

336 Seiten, gebunden

Das Land der letzten Meter von Markus Ramseier

«Eile mit Weile» heisst das Spiel, das die Figuren in diesem Roman mit Vorliebe spielen. Rot gegen Grün, umfallen und aufstehen, Grün gegen Blau, fressen und gefressen werden, Blau gegen Gelb, aufbrechen und umkehren ...

Ein Taubenzüchter und Arbeiter in einer Tiermehlfabrik, eine pfiffige betagte und eine eigenständige junge Frau, ein gleichermassen schöner wie schüchterner Student – sie alle rattern über das Spielfeld des Lebens und wollen nur eines: heim. Doch die letzten Meter sind bekanntlich die schwierigsten, denn ins Haus gelangt man nur mit der genauen Punktzahl ...

Das Feld dieses verspielten Romans ist begrenzt durch die Stadt, die Hügel, den Fluss und die Autobahn, ein Geviert mit einem immerhellen Fabrikgürtel, Salzbohrtürmen, Schrebergärten, ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten und Niemandsland zugleich, über dem die Tauben mit knatternden Flügelschlägen ihre Runden drehen, die Tauben des Mannes, der weiss, dass er Weltmeister wird ... Aber eben: Flattervögel gibt’s und Flieger, solche, die schon beim Start in Rücklage geraten und schwaudern, und andere, die jeden Gedanken an den Boden auslöschen und nur mit der Sehnsucht wieder auf Sinkflug zu bringen sind, heim ins Haus ...

Ein spannendes Werk von grosser Leichtigkeit und voller Zwischentöne, wehmütig, heiter, atmosphärisch dicht und sinnlich. Es zeigt, dass die Orientierung an der Schwelle zum nächsten Jahrtausend nicht leichter wird – bei Tauben wie bei Menschen ...