Löcher (2004)

Kurzgeschichten

 

Wolfbach Verlag, Zürich

 

124 Seiten, gebunden 

 

Mit «Löcher» legt Markus Ramseier nach drei Romanen erstmals einen Band mit Kurz- und Kürzestgeschichten vor. Er begleitet einen fristlos entlassenen Direktor auf der Suche nach morschen Ästen in den Wald, eine Minenräumerin in die Wüste, ein stilles Paar durch die Hochzeitsnacht, einen Großvater und seinen Enkel ins Paradies, er konfrontiert Menschen mit Dummheit, Gewalt, Alltäglichkeit und beobachtet sie an der Peripherie von Sehnsucht, Glück und Tod, hört auf ihr Reden genauso wie auf die Tonarten des Schweigens.

Markus Ramseier folgt seinen Figuren in unterschiedlichste Löcher – Körper- und Seelenlöcher, Löcher der Erinnerung, der Wahrnehmung und Verdrängung, der Angst, Einsamkeit und Liebe. Nicht das, was aufgeht, kümmert ihn, sondern der Punkt, an dem er eine Person, eine Landschaft nicht mehr versteht, wo das daheim zum Daneben wird und der Riss beginnt, die Schrunde, das Geheimnis.

In Augenblicken schmerzlicher Helle brechen Lebenslügen auf. Viele der Kürzesttexte lesen sich wie Minutenromane. In wenigen Sätzen breitet der Autor ein Leben aus – oft lakonisch, stets präzis und mit dem Mut zur Lücke.