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©2005, Lukas Kull
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BiografieGeboren am 12. August 1955, aufgewachsen und wohnhaft in CH-Pratteln/BL, verheiratet, 4 Kinder.
Studium der Germanistik, Anglistik und Romanistik an der Universität Basel. Promotion zum Thema Mundart und Hochdeutsch am Radio der deutschen und rätoromanischen Schweiz. Mehrere Jahre Assistent für Sprachwissenschaft am Deutschen Seminar dieser Universität.
Später u.a.: Lehrer auf verschiedenen Schulstufen, Redaktor einer Lokalzeitung, Lektor in einem Schulbuchverlag, zur Zeit Projektleiter der Stiftung für Orts- und Flurnamen-Forschung Baselland, Leiter des Dichter- und Stadt-Museums Liestal. Mitgründer des Unternehmens Wortraum. Schreibwerk und Sprechstatt (mit Andreas Neeser und Markus Bundi). Fasnächtlicher Sänger (Schnitzelbank), passionierter Langläufer (u.a. Sieg am Tartu-Marathon, Estland 2000, freie Technik). Schriftsteller. Mitglied Autorinnen und Autoren der Schweiz und der Basler Hebel-Stiftung.
Der Raum Basel enthält die Elemente meines Herkommens und meiner Aufbrüche, auf diese Heimat reagiere ich, auch dort, wo sie brüchig wird, das Daheim zum Daneben wird. Nicht das, was aufgeht, kümmert mich, sondern der Punkt, an dem ich eine Person, eine Landschaft nicht mehr verstehe, an dem ihr Geheimnis beginnt. Immer wieder zieht es mich an die Ränder, nach Schweizerhalle zum Beispiel, zu den Laboratorien, Werkstätten, Fabrikationsanlagen am Rhein, umhüllt von ihrem Hochsicherheitssystem, oder an den Heimatlosenplatz bei Bretzwil, den ich einer Falschvermessung der Geometer verdanke. Grenzland, 63 Aren klein, Welt in der Welt und finsterer Fleck, einst «in der freyheit» genannt, Niemands- und Allerland, entstanden vor vielen hundert Jahren. Zufluchtsort bei Bettlerjagden, zu Tode korrigiert und gedrittelt unter die drei Anrainerkantone bei der Gabelung in der Tiefe im Jahre 1930. Heimat ist das Spiel der Grenze mit der Grenzenlosigkeit. Die Kinder der Zigeuner und Kesselflicker, Bettler und Gauner spielten einst Himmel und Hölle in diesem Graben. Ich spiele mit, versuche der Angst und Leere zu entkommen, indem ich mir Bedeutung schaffe. (Aus: Baselbiet, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 2004, 5. Aufl.) |
Er glaube nicht an die Geradlinigkeit. Nicht mehr. Die gerade Linie sei eine Erfindung des Menschen. Er halte sich halt an die Natur, die sei gezackt oder gebrochen, Berge seien keine Kegel, Rinde sei nicht glatt. (aus: Mäandertal, Roman) |